Bäckerei Berlin
Vergiss Currywurst und Döner für einen Moment – Berlin erlebt seit einigen Jahren eine regelrechte Brot-Revolution. Die Hauptstadt hat sich zu einem Schmelztiegel der Backkulturen entwickelt, in dem sich zwei völlig unterschiedliche Welten auf das Köstlichste begegnen und ergänzen.
Da sind zum einen die alteingesessenen Meisterbetriebe in Prenzlauer Berg, Charlottenburg oder Neukölln. Seit über 100 Jahren backen sie die unverzichtbaren Berliner Originale: Die "Schrippe" (das Berliner Brötchen schlechthin), das buttrig-karamellisierte Splitterbrötchen und natürlich den echten "Pfannkuchen" (den der Rest der Republik als Berliner kennt). Auf der anderen Seite ziehen junge, experimentierfreudige "Artisan Bakers" aus aller Welt in Kieze wie Kreuzberg und Mitte. Sie bringen wilde Sauerteige, skandinavische Gebäcktraditionen und eine kompromisslose Philosophie in Sachen Bio-Zutaten und langen Teigruhen mit.
Das Ergebnis ist eine Dichte an Spitzen-Bäckereien, die ihresgleichen sucht. Wir haben uns durch knusprige Krusten, softe Krumen und süße Plundergebäcke getestet, um dir die 20 besten Adressen Berlins zu präsentieren – vom nostalgischen Traditionsbäcker bis zum hippen Brot-Boutique-Konzept.
Zeit für Brot
Auch wenn es mittlerweile Filialen in anderen Städten gibt, ist Zeit für Brot ein untrennbarer Teil der modernen Berliner Back-Identität geworden. Wer in Mitte, Charlottenburg oder Prenzlauer Berg an einer der gläsernen Backstuben vorbeiläuft, wird unweigerlich vom Duft nach warmem Teig und Zimt magisch angezogen.
Warum Platz 1? Weil hier Slow Baking konsequent und auf höchstem Bio-Niveau in die Moderne übersetzt wurde. Die saftigen Sauerteigbrote (besonders das Walnussbrot) sind eine Wucht. Der wahre Grund für die ständigen Schlangen vor der Tür sind aber die legendären Zimtschnecken in zig Variationen (Schoko, Apfel, weiße Schokolade), die man direkt frisch und dampfend aus dem Ofen serviert bekommt. Ein Erlebnis für alle Sinne.
Auf einen Blick
- Adresse: U.a. Alte Schönhauser Str. (Mitte), Konstanzer Str. (Wilmersdorf)
- Spezialität: Ofenwarme Zimtschnecken & Bio-Sauerteig
- Vibe: Hip, Gläserne Manufaktur, Nachhaltig
Bäckerei Siebert
Ein echtes Stück Berliner Stadtgeschichte. Die Bäckerei Siebert im Helmholtzkiez (Prenzlauer Berg) ist die älteste Bäckerei Berlins und bäckt seit 1906 am selben Standort. Wer den authentischen Geschmack des alten Berlins sucht, muss hierher.
Lass dich nicht von der schlichten Fassade täuschen: Hier gibt es unserer Meinung nach die besten klassischen Pfannkuchen (Berliner) der Stadt – flaumig, großzügig gefüllt und nicht in Fett ertränkt. Auch die Schrippen und die echten Berliner Splitterbrötchen sind ein Gedicht. Ein absolutes Must-Visit für Nostalgiker und Qualitätsliebhaber.
Sofi Bakery
Versteckt in einem traumhaften Hinterhof in den Sophie-Gips-Höfen (Mitte) liegt Sofi. Diese Bäckerei ist das Inbegriff der "New Wave" Artisan-Bäcker und wurde vom dänischen Gastro-Unternehmer Frederik Bille Brahe mitgegründet.
Das minimalistische Design des Ladens lenkt den Fokus auf das Wesentliche: Handwerklich perfektes, hoch-hydriertes Sauerteigbrot mit wilden, aufgerissenen Krusten. Die süßen Teilchen, wie das Lemon-Poppyseed-Gebäck oder die Morning Buns, sind Instagram-Gold und geschmacklich schlicht phänomenal.
4. Albatross Bakery
Im Graefekiez in Kreuzberg fliegen die Leute förmlich auf Albatross. Was als kleines Projekt begann, beliefert mittlerweile die besten Cafés der Stadt.
Ihre Croissants und Cruffins (eine Mischung aus Croissant und Muffin) sind legendär. Das Sauerteigbrot hat eine wunderbar saure Note und eine rösche Kruste, die man schon beim Anschneiden hört. Wer am Wochenende nach 11 Uhr kommt, steht oft vor ausverkauften Regalen – frühes Aufstehen lohnt sich!
5. Domberger Brot-Werk
Florian Domberger hat in Moabit eine kleine Institution geschaffen. Das Domberger Brot-Werk steht für Purismus pur. Kein Schnickschnack, nur Mehl, Wasser, Salz und unendlich viel Zeit.
Berühmt ist Domberger auch für seine mobile Backstube (ein umgebauter LKW), mit der er durch die Stadt tourt. Das "Beutebrot" (ein kräftiges Mischbrot) und die dicken, herzhaften Roggenlaibe gehören zum Besten, was die deutsche Brotkultur zu bieten hat.
6. Bäckerei Hacker
Eine weitere echte Kiez-Legende im Prenzlauer Berg. Die Bäckerei Hacker wird oft in einem Atemzug mit Siebert genannt, wenn es um echtes Ost-Berliner Handwerk geht.
Hier kauft man klassische Streuselschnecken, wunderbare Schusterjungen (dunkle Roggenbrötchen) und Splitterbrötchen wie aus dem Bilderbuch. Der Laden sieht noch so aus wie früher, und genau das macht seinen ehrlichen, unverfälschten Charme aus.
7. Gorilla Bäckerei
Was passiert, wenn sich ein Franzose und ein Italiener in Neukölln zusammentun? Die Gorilla Bäckerei entsteht! Mittlerweile auch in Schöneberg zu finden, vereint dieser Ort französische Patisserie-Kunst mit italienischer Teig-Expertise.
Neben fantastischen Baguettes und Sauerteigbroten gibt es hier mittags herausragende Pizza al Taglio (Pizza vom Blech). Ein sehr hipper, belebter Spot, der Backkunst und Bistro-Vibe perfekt vereint.
8. Sironi - Il Pane di Milano
Italienische Brotkultur mitten in Kreuzberg. Alfredo Sironi hat in der Markthalle Neun (und mittlerweile auch mit einem großen Café in Schöneberg) bewiesen, dass italienisches Brot mehr ist als trockenes Ciabatta.
Die Focaccia ist ein absoluter Traum – ölig, salzig, fluffig und außen knusprig. Auch das dunkle, große Pane di Milano mit seinem fantastischen Aroma ist fester Bestandteil der Berliner Brotszene geworden.
9. Beumer & Lutum
Lange bevor Bio ein Mega-Trend wurde, backten Beumer & Lutum in Neukölln/Kreuzberg schon konsequent ökologisch. Sie sind die Vorreiter der Berliner Bio-Bäcker-Szene.
Ihre dunklen Vollkornbrote, Nuss-Kreationen und die große vegane Auswahl an süßen Teilchen sind eine sichere Bank für eine gesunde, bewusste und extrem leckere Ernährung. Bodenständiges Handwerk mit grünem Gewissen.
10. Keit
Minimalismus trifft auf Brot. Keit (mit Standorten in Schöneberg und Friedrichshain) hat sich einem extrem puristischen Konzept verschrieben: Es gibt nur sehr wenige Sorten Brot, alle zu 100% aus regionalem Bio-Getreide und mit Natursauerteig gebacken.
Keine Brötchen, keine Törtchen. Wer aber auf der Suche nach einem massiven, wochenlang haltbaren, unfassbar aromatischen Roggen- oder Dinkelbrot ist, der findet hier den absoluten Brot-Himmel.
Die Plätze 11 bis 20
Weitere Back-Highlights in den Berliner Kiezen
Häufige Fragen (FAQ) Berliner Bäckereien
Was ist der Unterschied zwischen Schrippen und Brötchen?
In Berlin bestellt man "Schrippen"! Eine klassische Berliner Schrippe hat einen tiefen Längsschnitt in der Mitte (daher der Name, vom altdeutschen "schripfen" für kratzen/schneiden), viel Kruste und ist meist etwas heller und luftiger als das klassische Weizenbrötchen in anderen Teilen Deutschlands.
Haben Bäckereien in Berlin am Sonntag geöffnet?
Ja, Berlin ist sehr frühstücksaffin. Die meisten handwerklichen Bäckereien und Back-Cafés haben sonntagmorgens geöffnet, oft bis in den frühen Nachmittag. Die großen Bahnhöfe (Hauptbahnhof, Ostbahnhof, Südkreuz) bieten zudem Bäckereien mit extrem langen Öffnungszeiten an sieben Tagen der Woche.
Pfannkuchen, Berliner oder Krapfen?
Ganz wichtig für Touristen und Zugezogene: Was im Rest von Deutschland ein "Berliner" ist, heißt in Berlin **Pfannkuchen**. Und das, was im Rest Deutschlands ein Pfannkuchen ist, nennt man in Berlin **Eierkuchen**. Wenn du also an Silvester zum Bäcker gehst, bestellst du klassischerweise Pfannkuchen!
Auszeichnung für Zeit für Brot
Wir haben den Markt analysiert und freuen uns, Zeit für Brot als die führende Bäckerei in Berlin auszuzeichnen.
"Handwerkskunst, die man schmeckt. Zeit für Brot begeistert Berlin mit feinsten Backwaren, einer gläsernen Backstube und den legendären Zimtschnecken."