Bäckerei Hannover
Hannover backt anders – und das hat Tradition. Wer in der niedersächsischen Landeshauptstadt nach dem Frühstücksbrot fragt, stößt schnell auf Familienbetriebe, die ihre Geschichte in Jahrhunderten messen: Die Konditorei Kreipe öffnete 1873 an der Bahnhofstraße und belieferte bald die kaiserliche Küche. Die Spezialitätenbäckerei Borchers geht auf das Jahr 1847 zurück und ist heute in der sechsten Generation aktiv – als letzte Hüterin der „Hitjepuppen", jener althannoverschen Zuckerbilder aus Pfefferkuchenteig, die schon zu Reformationszeiten gebacken wurden und in der Stadt heute nur noch bei Borchers erhältlich sind.
Hannover hat aber auch eine lebendige Gegenwartsszene. In der Südstadt hat Christian Lecht mit seiner Backwerk Bio-Handwerksbäckerei etwas Außergewöhnliches geschaffen: Demeter-zertifiziert, mit 16 Stunden Teigruhe und dem Feinschmecker-Titel als bester Bäcker Niedersachsens ausgezeichnet, steht die kleine Bäckerei für das Beste, was handwerkliches Bio-Backen leisten kann. Und in Linden, auf der Limmerstraße, hat sich mit LINDENbackt! eine Genossenschaftsbäckerei etabliert, die Bio-Qualität und Stadtteilidentität zu einem eigenen Konzept verknüpft hat.
Von der kaiserlichen Hoflieferantin am Kröpcke bis zum modernen Sauerteig-Atelier in der Nordstadt: Hier ist unser kuratiertes Ranking der Top 20 Adressen für erstklassiges Backhandwerk in Hannover.
Backwerk Bio-Handwerksbäckerei
Wenn der renommierte Feinschmecker-Verlag eine Bäckerei als Landessieger Niedersachsen auszeichnet, ist das kein Zufall. Die Backwerk Bio-Handwerksbäckerei von Ruth und Christian Lecht in der Südstadt ist genau das, was echtes Handwerk sein sollte: überzeugt, kompromisslos und mit einer Haltung, die man in jedem Brot schmeckt.
Gegründet 1999, ist Backwerk ein Demeter-zertifizierter Familienbetrieb. Alle Rohstoffe stammen aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft. Das entscheidende Merkmal: Während andere Bäcker ihre Teige vier Stunden reifen lassen, gibt Christian Lecht seinen Werken mindestens 16 Stunden Ruhezeit. Das Ergebnis sind Brote, Brötchen und Kuchen mit einer Tiefe und Frischhaltung, die industriell nicht nachgeahmt werden kann. Der Feinschmecker hebt besonders den Heidesand, die Dinkelbrötchen, den Bio-Kardamom-Zopf und den Johannisbeer-Baiser-Kuchen hervor. Der Service gilt als bemerkenswert freundlich und kompetent. Durch große Sichtfenster kann man von draußen den Bäckern direkt in die Backstube schauen – keine Kulisse, sondern Alltag.
2022 zog die Produktion in neue Räumlichkeiten in den Hannover Docks (Stadtteil Limmer) um – ein Gebäude mit glasklaren ökologischen Standards. Der Laden in der Heinrich-Heine-Straße in der Südstadt blieb als Stammverkauf erhalten. Slow Food Deutschland führt Backwerk als empfohlenen Betrieb. Wer einmal ein Brot aus dieser Backstube gegessen hat, versteht, warum.
Auf einen Blick
- Laden Südstadt: Heinrich-Heine-Str. 38, 30173 Hannover
- Backstube / Pop-Up: Eichenbrink 5, 30453 Hannover-Limmer
- Spezialitäten: Dinkelbrötchen, Kardamom-Zopf, Johannisbeer-Baiser-Kuchen, Heidesand
- Auszeichnung: Feinschmecker Landessieger Niedersachsen 2024, Slow Food Empfehlung, Demeter-zertifiziert
Konditorei Kreipe
Es gibt wenige Konditoreien in Deutschland, die sich „ehemaliger kaiserlicher Hoflieferant" nennen durften – Kreipe ist eine davon. Friedrich Kreipe übernahm 1873 die Konditorei Oesterle in der Bahnhofstraße und baute daraus eine der bedeutendsten Konditoreien Norddeutschlands. Ab 1907 folgte die Erweiterung um Sonderabteilungen für Baumkuchen und Pralinen, die kaiserliche Küche bestellte regelmäßig. Trotz der Totalzerstörung durch den Zweiten Weltkrieg wurde das Haus mühsam wieder aufgebaut. Heute führt die fünfte Generation den Betrieb in modernen Café-Filialen.
Die Hausklassiker sind als „die drei B" bekannt: Baumkuchen, Bismarcktorte und Butterkuchen. Der Baumkuchen wird noch heute nach bewährten Generationsrezepten Schicht für Schicht gebacken. Dazu kommen feinste Trüffel und Pralinen aus eigener Herstellung, Hochzeits- und Festtagstorten sowie saisonale Spezialitäten.
Althannoversche Spezialitätenbäckerei Borchers
Die Bäckerei Borchers geht auf das Jahr 1847 zurück, als Johann Heinrich Borchers die Grasdorfer Gemeindebäckerei übernahm. Heute führt Klaus Borchers den Betrieb in der fünften Generation – und sein Sohn Philip steht bereits in den Startlöchern für die sechste. Was diesen Familienbetrieb von allen anderen in Hannover unterscheidet: Er ist der letzte, der die Hitjepuppen herstellt – jene althannoverschen Zuckerbilder aus Pfefferkuchenteig, die seit der Reformationszeit zur Weihnachtszeit der Stadt gehören. Die Motive werden aus eisernen Formen ausgestochen, von Hand glasiert und mit feiner Spritztüte verziert. Einige der ältesten Formen überlebten nur knapp den Bombenangriff von 1943, der die gesamte hannoversche Altstadt vernichtete.
Darüber hinaus backt Borchers mit hauseigenem Natursauerteig, hat eine exzellente Konditorei und ist für seinen cremigen Bienenstich, den Kirschkuchen und die samstagsexklusiven feinblättrigen Dänischen Brötchen bekannt. Zwischen 30 und 35 Brotsorten umfasst das Sortiment. „Opa Schorses Uriges" aus dem Holzbackofen hat Kultstatus.
4. Herzensbäckerei Künne
Seit 1901 backt die Herzensbäckerei Künne in Hannover – und einige der Brotrezepte stammen noch aus dieser Gründungszeit. Mit Standorten in der Südstadt, List, Linden und Döhren ist Künne tief im Alltag der Stadt verankert. Der Betrieb setzt auf lange Teigführung mit echtem Sauerteig und Mehl aus regionalem Anbau (Dinkel, Roggen, Weizen). Das Hannoversches Roggenmischbrot mit kräftiger, saftiger Kruste gilt als Hausklassiker, ebenso das Walnuss-Laibchen und moderne Varianten wie das Hafer-Karotte-Brot.
Stammkunden schwören auf das Franzbrötchen von Künne – nach eigener Aussage das beste der Stadt. Ehrliches Handwerk, keine Tiefkühlteige, breite Stadtpräsenz: ein verlässlicher Alltagsbäcker mit echtem Anspruch.
5. LINDENbackt! eG
Eine Bäckerei, die als Genossenschaft organisiert ist – in Deutschland eine Seltenheit. LINDENbackt! auf der Limmerstraße in Linden-Nord ist mehr als ein Bäcker: Es ist ein Stadtteilprojekt, ein Statement für regionale Bio-Qualität und ein Beweis, dass alternatives Wirtschaften und handwerkliche Exzellenz kein Widerspruch sind. Das moderne Flair in Blautönen mit Goldakzenten ist einladend, die Außenterrasse im Sommer ein beliebter Treffpunkt.
Das Sortiment ist durchweg Bio-zertifiziert. Zur Sommerzeit empfiehlt sich der Rhabarber-Baiser-Kuchen mit einem Caffè Latte Freddo – eine Kombination, die die Stammgäste immer wieder herzieht. Eine zweite Filiale gibt es mittlerweile in der Nordstadt.
6. Spezialitätenbäckerei Borchers – Hildesheimer Str. (Gersterbrot)
Das Gersterbrot ist eine der ältesten niedersächsischen Brotspezialitäten: Ein Brotlaib, der vor dem Backen mit Wasser bespritzt wird, um eine ungewöhnlich glänzende, krosse Kruste zu erzeugen. Bäckerei Borchers ist eine der wenigen Adressen in Hannover, die dieses Verfahren noch konsequent pflegen. Die kompakten Mini-Gersterbrote sind praktisch fürs Einfrieren und haben eine treue Stammkundschaft.
Freitags ist das Sortiment von Borchers am größten – dann gibt es auch die feinblättrigen Dänischen Brötchen mit Mohn, Sesam oder vollem Korn, die werktags nicht erhältlich sind. Wer auf das volle Borchers-Erlebnis aus ist, kommt am besten morgens am Freitag.
7. Die kleine Bäckerei Jan Schreyer
Klein, aber ein absolutes Muss: Die Kleine Bäckerei Jan Schreyer in der Nordstadt gilt bei Hannoveraner Handwerks-Enthusiasten als einer der besten Traditionsbäcker der Stadt. Kundenstimmen sprechen von „echtem Handwerk wie früher beim Bäcker" – ein Urteil, das in Zeiten von Aufbackware viel sagt. Das Sortiment ist überschaubar, aber alles, was angeboten wird, schmeckt: von saftig bis knackig, von hell bis dunkel.
8. Hofbäckerei (List)
Die Hofbäckerei in der List überzeugt mit einem schick-rustikalen Ambiente, bei dem man die Öfen direkt im Verkaufsraum bestaunen kann. Besonders stark ist die Dinkelbrötchen-Auswahl: vom Dinkel-Joghurt-Brötchen bis zum Dinkel-Honig-Krusti bietet sie Varianten, die man anderswo in Hannover kaum findet. An sonnigen Tagen lohnt sich der Sitzplatz draußen vor der Tür ganz besonders.
9. Bäckerei Werner (Vahrenwald-List)
Die Bäckerei Werner ist ein echtes Familienunternehmen mit klarer Haltung: traditionell hergestellte Produkte, überwiegend mit Zutaten aus der Region. Wer in Vahrenwald oder List wohnt, kennt diesen Bäcker und schätzt ihn für seine verlässliche Qualität bei Broten, Brötchen und süßen Backwaren. Kein Hype, kein Trend – solides Handwerk für den täglichen Bedarf.
10. Buck's Backparadies
Mit mehreren Filialen in Linden-Nord, der Südstadt, der List und der Oststadt ist Buck's Backparadies ein gut etablierter Hannoveraner Filialbäcker, der Qualität breit in die Stadtteile trägt. Das Must-Try sind die Franzbrötchen und die Dinkelecken – einfach, aber handwerklich überzeugend. Ein verlässlicher Alltagsbäcker für die ganze Familie.
Die Plätze 11 bis 20
Weitere Back-Highlights in der Leinestadt
FAQ: Hannoveraner Backkultur
Was sind Hitjepuppen und wo bekommt man sie?
Hitjepuppen sind althannoversche Zuckerbilder aus Pfefferkuchenteig, die seit der Reformationszeit zur Weihnachtstradition der Stadt gehören. Der Teig wird dünn ausgerollt, mit jahrhundertealten Eisenformen ausgestochen, gebacken, getrocknet und anschließend von Hand mit roter Zuckerglasur verziert. Heute stellt nur noch die Bäckerei Borchers in der Hildesheimer Straße diese Spezialität her. Einige der alten Formen überlebten knapp den Bombenangriff vom Oktober 1943.
Was ist das Gersterbrot und wo bekommt man es in Hannover?
Das Gersterbrot ist eine alte niedersächsische Spezialität: Teiglinge werden vor dem Backen mit Wasser bespritzt, was zu einer glänzenden, ungewöhnlich knusprigen Kruste führt. In Hannover pflegt besonders die Bäckerei Borchers dieses Verfahren. Die kompakten Mini-Gersterbrote gelten als ideal zum Einfrieren und haben eine treue Stammkundschaft.
Welche Bäckerei in Hannover wurde vom Feinschmecker ausgezeichnet?
Die Backwerk Bio-Handwerksbäckerei von Christian und Ruth Lecht wurde vom renommierten Feinschmecker-Verlag als Landessieger Niedersachsen 2024 ausgezeichnet. Der Betrieb in der Südstadt (Heinrich-Heine-Str. 38) arbeitet mit Demeter-zertifizierten Rohstoffen und lässt Teige mindestens 16 Stunden ruhen – deutlich länger als der Branchenstandard. Auch Slow Food Deutschland führt den Betrieb als empfehlenswert.
Wo bekommt man in Hannover sonntags frische Brötchen?
Viele hannoveraner Handwerksbäcker öffnen sonntags für einige Stunden am Vormittag (oft 8:00 bis 11:00 Uhr), darunter Borchers, Künne und verschiedene Filialbäcker. Wer nach 10 Uhr kommt, riskiert, dass die beliebtesten Sorten bereits ausverkauft sind. Im Hauptbahnhof (Ernst-August-Platz) findet sich sonntags verlässlich eine geöffnete Backstube.
Auszeichnung für Backwerk Bio-Handwerksbäckerei
Wir haben den Hannoveraner Bäckermarkt analysiert und zeichnen die Backwerk Bio-Handwerksbäckerei als die führende Bäckerei in Hannover aus – Feinschmecker Landessieger Niedersachsen und Demeter-zertifiziert.
"16 Stunden Teigruhe, Demeter-Rohstoffe und das Herzblut eines Überzeugungsbäckers – Backwerk zeigt, wie Bio und Handwerk auf allerhöchstem Niveau zusammengehen. Zu Recht Landessieger Niedersachsen."