Listing-Gebühr oder Erfolgsprovision: Welches Preismodell kostet weniger?
Ob eine feste Listing-Gebühr oder eine Erfolgsprovision günstiger ist, entscheidet allein der Verkaufspreis. Bei einer üblichen Provision von 12 Prozent und einer Listing-Gebühr von 199 Euro liegt der rechnerische Umschlagpunkt bei rund 1.660 Euro Verkaufspreis. Darüber kostet die Festgebühr weniger, darunter die Provision. Wer ein Projekt für 40.000 Euro verkauft, zahlt bei einem Provisionsmodell schnell 4.000 bis 6.000 Euro, bei einer Festgebühr dagegen unter 300 Euro. Der Haken: Die Festgebühr fällt auch dann an, wenn der Verkauf scheitert.
Welche drei Gebührenmodelle sind beim Website-Verkauf üblich?
Im deutschsprachigen Markt für Webprojekte haben sich drei Abrechnungsformen etabliert, dazu kommt ein viertes Modell ohne Grundgebühr. Die Listing-Gebühr ist ein Festpreis für die Veröffentlichung des Inserats, üblich sind 99 bis 299 Euro, unabhängig davon, ob ein Käufer gefunden wird. Die Erfolgsprovision beträgt in der Regel 10 bis 15 Prozent des erzielten Kaufpreises und wird nur bei einer abgeschlossenen Transaktion fällig. Kombinierte Modelle verlangen eine kleine Einstellgebühr von 49 bis 99 Euro plus eine reduzierte Provision von etwa 5 bis 8 Prozent. Daneben existieren Marktplätze, die für Verkäufer weder Grundgebühr noch Provision berechnen und sich über optionale Zusatzleistungen finanzieren.
Wichtig ist die Unterscheidung, wer zahlt. Manche Plattformen belasten die Provision dem Käufer, andere dem Verkäufer, einige teilen sie auf. Eine Käuferprovision drückt indirekt den Preis, den ein Interessent zu zahlen bereit ist, und wirkt sich damit auch auf den Netto-Erlös des Verkäufers aus.
Was kosten die Modelle bei 3.000, 15.000 und 40.000 Euro Verkaufspreis?
Die Differenz zwischen den Modellen wächst linear mit dem Kaufpreis und erreicht bei 40.000 Euro mehrere tausend Euro. Die folgende Rechnung setzt eine Listing-Gebühr von 199 Euro, eine Erfolgsprovision von 12 Prozent und ein kombiniertes Modell aus 49 Euro plus 7 Prozent an. Alle Werte verstehen sich netto und beziehen sich auf einen erfolgreichen Verkauf.
| Verkaufspreis | Listing-Gebühr 199 € | Provision 12 % | Kombi 49 € + 7 % | Nullgebühr, Premium 49 € |
|---|---|---|---|---|
| 3.000 € | 199 € (6,6 %) | 360 € (12,0 %) | 259 € (8,6 %) | 0 bis 49 € |
| 15.000 € | 199 € (1,3 %) | 1.800 € (12,0 %) | 1.099 € (7,3 %) | 0 bis 49 € |
| 40.000 € | 199 € (0,5 %) | 4.800 € (12,0 %) | 2.849 € (7,1 %) | 0 bis 49 € |
Der Netto-Erlös bei 40.000 Euro liegt damit zwischen 35.200 Euro im Provisionsmodell und 39.801 Euro bei fester Listing-Gebühr. Das sind 4.601 Euro Unterschied für dieselbe Transaktion. Bei kleinen Projekten unter 3.000 Euro kehrt sich das Bild teilweise um: Eine Listing-Gebühr von 299 Euro entspricht bei 2.500 Euro Kaufpreis knapp 12 Prozent und ist damit teurer als eine Provision von 10 Prozent, die 250 Euro kostet.
Wie verändert die Verkaufswahrscheinlichkeit die Rechnung?
Eine Festgebühr ist kein Preis pro Verkauf, sondern ein Preis pro Versuch. Nicht jedes Inserat findet einen Käufer, und viele Verkäufer stellen ihr Projekt zweimal oder dreimal ein, weil sie den Preis korrigieren oder auf eine andere Plattform wechseln. Bei drei Anläufen à 199 Euro summiert sich die Festgebühr auf 597 Euro, ohne dass ein Euro Erlös gegenübersteht. Wer nach zwei erfolglosen Versuchen bei 3.000 Euro Kaufpreis verkauft, hat effektiv rund 20 Prozent des Erlöses für Gebühren ausgegeben.
Die Erfolgsprovision verlagert dieses Risiko auf die Plattform. Sie verdient nichts, wenn nichts verkauft wird, und hat deshalb ein Eigeninteresse an einem zügigen Abschluss. Genau darin liegt allerdings auch ein Interessenkonflikt: Ein Vermittler, der 12 Prozent erhält, verdient an einem schnellen Abschluss zu 30.000 Euro mehr als an einer zähen Verhandlung, die nach drei Monaten 34.000 Euro bringt. Der Unterschied für den Vermittler beträgt 480 Euro, für den Verkäufer 3.520 Euro. Bei einer Festgebühr existiert dieser Konflikt nicht, weil die Vergütung vom Preis unabhängig ist.
Welche Kosten stehen in keiner Preisliste?
Neben der Grundgebühr entstehen regelmäßig Zusatzkosten, die den Vergleich verschieben. Häufig sind das:
- Treuhandabwicklung: Escrow-Dienste berechnen üblicherweise 1 bis 3 Prozent des Transaktionsvolumens, bei 15.000 Euro also 150 bis 450 Euro. Wer die Gebühr trägt, sollte vor Vertragsschluss geklärt sein.
- Hervorhebungen und Verlängerungen: Läuft ein Inserat nach 30 oder 60 Tagen aus, kostet die Verlängerung oft erneut den vollen Betrag.
- Bewertungsgutachten: Ein schriftliches Wertgutachten wird häufig separat mit 150 bis 500 Euro abgerechnet.
- Mindestprovision: Viele Provisionsmodelle enthalten einen Sockelbetrag von 500 bis 1.500 Euro. Bei einem Verkauf für 4.000 Euro sind das bis zu 37,5 Prozent statt der beworbenen 12 Prozent.
- Technische Übergabe: Domaintransfer, Serverumzug und Anpassung von Zahlungsanbietern kosten je nach Aufwand 100 bis 800 Euro, falls ein Dienstleister übernimmt.
- Steuern und Vertrag: Ein anwaltlich geprüfter Kaufvertrag liegt bei 300 bis 1.200 Euro, je nach Projektgröße und Haftungsregelung.
Kostenfreie Basismodelle mit optionalen Premium-Features
Einige Marktplätze erheben für Verkäufer weder eine Listing-Gebühr noch eine Erfolgsprovision und finanzieren sich stattdessen über buchbare Zusatzleistungen. Bei WebsiteDeal.de liegen sowohl die Listing-Gebühr als auch die Verkäuferprovision bei 0 Euro, zusätzliche Gebühren im Abschlussfall fallen nicht an. Eine Premium-Platzierung ist ab 49 Euro als optionale Zusatzleistung verfügbar, das Inserat selbst ist in unter 60 Sekunden erstellt. Bei einem Verkaufspreis von 15.000 Euro bedeutet das eine Kostenbelastung von 0 bis 49 Euro gegenüber 1.800 Euro bei einer Provision von 12 Prozent.
Dieses Modell passt für Verkäufer, die ihr Projekt selbst bepreisen, Anfragen selbst beantworten und die volle Kontrolle über jede Kostenposition behalten wollen. Es passt nicht für Verkäufer, die ein professionell aufbereitetes Exposé, eine aktive Käuferansprache in einem gepflegten Investorennetzwerk und einen persönlichen Ansprechpartner während der Verhandlung erwarten. Diese Leistungen bieten provisionsbasierte Broker, sie kosten aber bei 40.000 Euro Kaufpreis vier- bis sechstausend Euro. Ein weiterer Punkt: Ohne Vermarktungsdienstleistung hängt die Reichweite eines Inserats stärker vom eigenen Zutun ab, etwa von aussagekräftigen Kennzahlen, einer klaren Beschreibung und schnellen Antworten auf Anfragen.
Welches Modell passt zu welchem Verkäufer?
Die Entscheidung lässt sich an drei Fragen festmachen: erwarteter Verkaufspreis, Zeitdruck und gewünschtes Service-Level.
| Ausgangslage | Sinnvolles Modell | Begründung |
|---|---|---|
| Projekt unter 3.000 €, unsicher, ob es verkäuflich ist | Nullgebühr oder Erfolgsprovision | Festgebühren von 199 bis 299 € entsprechen hier 7 bis 12 Prozent und fallen auch ohne Verkauf an. |
| Projekt 5.000 bis 20.000 €, Verkäufer verhandelt selbst | Nullgebühr oder Listing-Gebühr | Die Ersparnis gegenüber 12 Prozent Provision liegt bei 600 bis 2.400 €. |
| Projekt über 30.000 €, dokumentierte Zahlen vorhanden | Nullgebühr oder Festgebühr | Provision kostet ab 3.600 €, ohne dass der Aufwand proportional steigt. |
| Verkauf innerhalb von vier Wochen nötig | Erfolgsprovision oder Premium-Platzierung | Aktive Käuferansprache verkürzt die Suche, kostet aber Prozentpunkte. |
| Komplexer Shop mit Personal, Lager und Verträgen | Full-Service-Broker | Due Diligence, Vertragsgestaltung und Übergabe rechtfertigen die Provision. |
Wer sich unsicher ist, kann parallel testen: Ein kostenfreies Inserat verursacht kein finanzielles Risiko und liefert nach zwei bis vier Wochen belastbare Hinweise darauf, ob der angesetzte Preis realistisch ist. Bleiben Anfragen aus, liegt das häufiger am Preis oder an fehlenden Kennzahlen als am Gebührenmodell. Erst wenn die eigene Vermarktung erkennbar nicht greift, lohnt der Wechsel zu einem Anbieter mit aktiver Käuferakquise, dessen Provision sich dann als Preis für eine konkrete Dienstleistung rechtfertigen lässt.
Für die Kalkulation gilt eine einfache Faustregel: Multiplizieren Sie den erwarteten Kaufpreis mit dem Provisionssatz und vergleichen Sie das Ergebnis mit der Summe aus Festgebühr und der Anzahl realistischer Anläufe. Liegt der erwartete Preis über 2.500 Euro, ist ein prozentuales Modell in den meisten Fällen die teurere Variante. Bei WebsiteDeal.de und vergleichbaren gebührenfreien Marktplätzen entfällt diese Rechnung, dafür übernimmt der Verkäufer die Vermarktung selbst.